Intervallfasten optimiert den Vorgang der Autophagie („zelluläre Reinigung“), verbessert den Blutfettspiegel, harmonisiert den Blutdruck, senkt die Insulinausschüttung und wirkt sich positiv auf die Darmflora aus. All diese Eigenschaften vermindern das Risiko für viele Krankheiten. Intervallfasten ist also ein perfekter Lifestyle, um gesund zu leben und vielen Krankheiten vorzubeugen.

Intervallfasten wird auch daraufhin untersucht, inwieweit es möglich ist, damit bestimmte Krankheiten positiv zu beeinflussen oder gar zu heilen. Solange es keine abgesicherten Studien darüber gibt, ob und wie das Kurzzeitfasten eine bestimmte Krankheit zu heilen vermag, lässt sich diese Ernährungsweise auch nicht seriös als Therapie gegen Diabetes oder Krebs beschreiben.
Es gibt jedoch einige Hinweise, die in der Medizin aufhorchen lassen. So stößt man aktuell immer wieder auf kleinere Studien darüber, wie sich Intervallfasten auf bestimmte Erkrankungen auswirkt. Die Ergebnisse dazu sind zu unterschiedlich, als dass sich daraus konkrete Empfehlungen ableiten lassen. Interessant ist es jedoch allemal, zu sehen, bei welchen Erkrankungen Intervallfasten begleitend bei der Heilung unterstützen könnte.

Nachfolgend Krankheiten, die sich möglicherweise durch konsequentes Intervallfasten positiv beeinflussen lassen.

Diabetes-IntervallfastenDiabetes Typ 2

Das Kurzzeitfasten, über einen längeren Zeitraum praktiziert, wirkt sich positiv auf den Blutzuckerspiegel aus. In der Medizin und Ernährungswissenschaft wird das Intervallfasten bereits häufig mit Erfolg bei einem beginnenden Diabetes Typ 2 angewendet. Erfahrungsberichte zeigen, dass auf Dauer auch ein fortgeschrittener Diabetes soweit beeinflusst werden kann, dass keine Medikamente mehr nötig sind. Die Hauptgründe für die Wirksamkeit sind:
– geringere Insulinausschüttung (schont Bauchspeicheldrüse, senkt die Insulinresistenz der Zellen)
– Gewichtsverlust, speziell weniger Bauchfett, ohne Jo-Jo-Effekt

Bluthochdruck-IntervallfastenBluthochdruck (Ursachen und Folgen)

Jeder zweite Deutsche leidet unter Bluthochdruck, viele davon ohne es zu wissen. Chronischer Bluthochdruck wirkt sich negativ auf das Herz (Herzerkrankungen), das Gehirn (Schlaganfall), Blutgefäße (Arteriosklerose), die Augen und Nieren aus. Überdurchschnittlich häufig trifft Bluthochdruck mit Übergewicht, Diabetes Typ 2 und erhöhten Blutfettwerten (Metabolisches Syndrom) zusammen.

Gerade auf den Fettstoffwechsel, auf eine Fettleber und auf die Insulinausschüttung lässt sich mit Intervallfasten positiv Einfluss nehmen. Ein bestimmtes Eiweißmolekül wird beim Fasten vermehrt produziert. Man entdeckte, dass dieses Molekül (GADD45?) unter anderem auch regulierend in den Stoffwechsel eingreift. Hier wirkt es besonders gegen eine Fettanreicherung in der Leber und gegen einen erhöhten Blutzuckerspiegel im Blut.

Chronisch-entzündliche Erkrankungen (z. B. Rheuma)

Intervallfasten zeigt Wirkung gegen entzündliche Erkrankungen. Dafür wird der Einfluss kurzer Fastenzeiten auf die Autophagie und das Mikrobiom im Magen-Darmtrakt verantwortlich gemacht.
Die Autophagie ist maßgeblich für drei Prozesse verantwortlich:

– Zellreinigung, Müllbeseitigung
Defekte Zellbestandteile und Fremdeiweiße werden dabei auf intrazellulärer Ebene zerlegt, beseitigt oder recycelt.
– Zellerneuerung
Die recycelten Bestandteile dienen zur Renovierung von Zellen und bieten Material für den Aufbau neuer Zellen.
– Energiegewinnung aus „Abfall“

Der gesamte Zell-Abfall wird zunächst nach brauchbarem Material durchsucht. Der Rest wird verbrannt. Mit anderen Worten er wird zur Energiegewinnung genutzt.
Zellabfall, der sich aufgrund einer trägen Autophagie ansammelt, wird für Entzündungsprozesse und die Entstehung entarteter Zellen mitverantwortlich gemacht.

Die Darmflora hat einen großen Einfluss auf das Immunsystem. Immunzellen werden hier maßgeblich aktiviert und ausgebildet. Man fand heraus, dass Intervallfasten auch das Mikrobiom im Darm beeinflusst. Die genauen Mechanismen sind noch nicht im Detail erforscht und beschrieben.

Autoimmunerkrankungen (z. B. Multiple Sklerose)

Ein sogenanntes Mausmodell aus den USA gab erste Hinweise darauf, dass Fastenperioden die Symptome einer MS lindern können. Es folgten kleinere Studien an Menschen. Die Ergebnisse sind vorsichtig positiv. Man vermutet, dass weniger entzündungsfördernde Immunzellen zugunsten immun-modulierender Zellen entstehen. Ursache dafür könnten der beim Fasten erhöhte Cortisolspiegel und die positive Veränderung des Mikrobioms im Magen-Darmtrakt sein. Insgesamt scheint Intervallfasten eine regulierende Wirkung auf autoimmune Prozesse auszuüben. Für eindeutige Empfehlungen und Aussagen fehlt es jedoch noch an repräsentative Studien an Menschen. Selbst die Prozesse und Ursachen einer MS (oder anderer Autoimmunerkrankungen) sind noch nicht bis ins Detail und mit Sicherheit erklärbar.

Krebs-IntervallfastenKrebs

Gegenstand aktueller Forschungen ist auch die Auswirkung des Kurzzeitfastens auf bestimmte Krebserkrankungen. Fasten und Krebs, das ging bisher gar nicht zusammen. Im Gegenteil, in der Regel haben Krebspatienten damit zu kämpfen, immer genügend Energie aufzunehmen. Bisherige Erfahrungen geben jedoch Hinweise darauf, dass Intervallfasten vor und nach einer Chemotherapie, die Nebenwirkungen stark abmildern kann. So hat man bisher in kleineren Studien herausgefunden, dass durch das Kurzzeitfasten die Signalübertragungen der Zellen untereinander beeinflusst werden. Die Schleimhautzellen im Magen-Darmtrakt regenerieren schneller. Gesunde Stammzellen werden aktiviert. Erst in ein paar Jahren rechnet man damit, eindeutigere Ergebnisse durch aussagekräftige Humanstudien zu erhalten, um das Intervallfasten gegebenenfalls in einer Krebstherapie gezielt einsetzen zu können.

Nachlassende Gehirnleistung, Autoimmunerkrankungen

Auf dem Gebiet der Gehirnleistung gibt es Anzeichen dafür, dass eine verbesserte Autophagie (Zellreinigung) auch positive Auswirkungen auf die Nervenzellen hat. Defekte Zellbestandteile, die nicht beseitigt werden, fördern das Aufkommen von Sauerstoffradikalen. Diese sind in der Lage, die DNA der Zelle zu beschädigen und die Zellalterung zu fördern. Werden die Zellabfälle regelmäßig entsorgt, bleibt die Zelle länger jung und intakt.