Das Intervallfasten kann beim Abnehmen gleich auf zwei Ebenen punkten. Einmal vordergründig, durch eine leicht verringerte Nahrungsaufnahme und ein verändertes Essverhalten. Ein weiteres Mal durch verschiedene verbesserte Abläufe auf zellulärer Ebene.

Aufgrund der Fastenzeit werden weniger Kalorien aufgenommen, die Energiebilanz verbessert sich. In den Esspausen hat auch die Bauchspeicheldrüse Pause und der Insulinspiegel im Blut sinkt. Wer ständig kleine Häppchen oder Snacks und Mahlzeiten zu sich nimmt, benötigt ständig Insulin, um den Blutzucker zu verarbeiten. Dadurch steht den Zellen für ihre Energie permanent Glukose zur Verfügung. Die Gefahr einer Insulinresistenz steigt. Die Zellen kommen so gut wie nie in die Verlegenheit, sich Energie aus den Fettreserven oder aus recyceltem Zellmaterial (Autophagie) zu holen. Im Gegenteil, das viele Insulin sorgt auch noch dafür, dass die überschüssige Glukose in Fettpölsterchen eingelagert wird.

schmale hüfte mit IntervallfastenWeniger Kalorien

Der Punkt Kalorienreduktion spielt eine wichtige Rolle, um beim Intervallfasten abzunehmen. Das klingt zunächst nicht so aufregend, weil man es ständig zu hören bekommt: Wer abnehmen will, muss weniger Kalorien aufnehmen als er verbraucht. Leider ist dies nun mal eine Tatsache, die jeder akzeptieren sollte, der sein Gewicht reduzieren möchte. Und noch einen Dämpfer obendrauf, es ist den Fettpolstern völlig egal, wann sie ihre Kalorien (morgens, mittags oder abends) bekommen. Es ist ihnen auch egal, ob die Kalorien mit Weintrauben, Nudeln oder mit einer fetten Bratwurst in den Körper gelangen. Mit anderen Worten, auch jede andere Diät (z. B. Low Carb) hat letztendlich damit Erfolg, dass aufgrund der speziellen Nahrungsmittelauswahl automatisch weniger Kalorien aufgenommen werden. Oft sind sie gesundheitlich bedenklich, da sie die Vielfalt der Nahrungsmittel stark einschränkt.

Ein weiterer Malus: kaum jemand macht eine bestimmte Diät zu seiner Lebensweise. Ernährungsexperten/innen und Diätgurus sich jedoch inzwischen einig: Mit einer zeitlich begrenzten Diät lässt sich nicht gesund und dauerhaft abnehmen. Dazu bedarf es einer Ernährungsumstellung, die voll in das Leben integriert werden kann.
Genau so möchte sich auch das Intervallfasten, in welcher Variante auch immer, dauerhaft als Lifestyle verstanden wissen, nicht als eine Diät zum Abnehmen.

16 Stunden fasten, 8 Stunden essenSelbstoptimierung

Zugegeben, das Wort Selbstoptimierung ist inzwischen eher negativ belegt. Doch wenn es um unseren Körper, um die Gesundheit geht, so wünscht man sich nichts mehr, als dass alles möglichst optimal funktioniert. Intervallfasten hat gegenüber anderen Abnehmstrategien den großen Vorteil, genau dazu beizutragen.
Die bereits erwähnten Effekte, wie eine verbesserte Autophagie und die positiven Auswirkungen auf den Blutzucker, die Darmflora, den Fettstoffwechsel und die Resilienz der Zellen, optimieren die Abläufe im Körper. Sie sind medizinisch noch nicht umfassend mit repräsentativen Studien an Menschen belegt. Dennoch dürften die bisherigen Ansätze bereits genügend Anreize bieten, einmal selbst Erfahrungen mit dem Intervallfasten zu sammeln.

Optimiert, oder besser vielleicht normalisiert, wird beim Intervallfasten auch die Häufigkeit der Nahrungsaufnahme. Diese Art des Fastens scheint tief in den menschlichen Genen verankert zu sein. Bereits nach einer kurzen Eingewöhnungszeit wird sie gut akzeptiert und kann recht einfach in das tägliche Leben integriert werden. Niemand muss auf seine Nudelgerichte oder sein Butterbrot verzichten, das Olivenöl beim Salatdressing abwiegen oder sich als Gast ständig mit Sonderwünschen unbeliebt machen. Kurz, das Intervallfasten ist sowohl sozial als auch individuell sehr gut verträglich.

Abnehmen mit Intervallfasten

Zusammenfassend lässt sich sagen, Intervallfasten ist unkompliziert und liegt uns in den Genen. Darum funktioniert es so gut.

– Es liegt in der menschlichen DNA in guten Zeiten möglichst viele Kalorien aufzunehmen und sie gegebenenfalls als Vorräte zu speichern, um in knappen Zeiten davon zehren zu können.
– In diesen knappen Zeiten bekommt der Körper die benötigte Zeit zur Regeneration.
– Der Körper ist mit einem permanenten Konsum von Nahrung und Getränken überfordert, denn es liegt nicht in unseren Genen, ständig zu essen und zu trinken.
– Herkömmliche Diäten funktionieren u. a. nicht, weil: Dauerhaft zu wenig Kalorien (Hungermodus!) aufgenommen werden. Sie suggerieren ständigen Notstand. Im ersten schwachen Moment (der kommt mit Gewissheit früher oder später!) werden vermehrt Vorräte angelegt (Jo-Jo-Effekt).